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Freundschaft mit Jesus als Kern des Christentums
Weihbischof Diez weihte Priesteramtskandidaten Alexander Best zum Diakon
Fulda (bpf). „Die lebendige, persönliche Verbundenheit mit Jesus ist das Wesen des christlichen Glaubens. Nicht die Glaubenslehre, die Moral, die Liturgie, die kirchliche Gemeinschaft stehen im Mittelpunkt, sondern eine lebendige Person: Jesus, der Herr. Zu ihm muss jeder, der sich Christ nennen will, eine innere Beziehung finden.“ Dies betonte der Fuldaer Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez am Samstag im Fuldaer Dom bei der Diakonenweihe von Alexander Best aus der Pfarrei St. Goar in Flieden. Ohne eine persönliche Beziehung mit Jesus bleibe alles andere leer und „unfruchtbar“. Man könne das, was den eigentlich lebendigen Kern des Christentums ausmache, sehr gut vergleichen mit einer persönlichen Freundschaft. „Es entsteht dieselbe Nähe und Vertrautheit, dieselbe auch gefühlsmäßig starke Zuneigung gegenüber Jesus, wie sie in einer tiefen Freundschaft zwischen Menschen da ist.“ Die lebendige Beziehung zu Jesus sei „eigentlich etwas recht Geheimnisvolles“, fuhr Diez fort. Berufung könne man nicht einfach machen. Die Verbundenheit bestehe einfach und halte sich auch in Krisenzeiten durch, manchmal zum eigenen Erstaunen. Im tiefsten sei diese Beziehung Gnade, so dass der eigene Glaube „radikal abhängig von Jesus“ sei. Auch in dunklen Zeiten bleibe diese Nähe zu Jesus bestehen. Sie hebe Angst oder Trauer nicht auf, verhindere aber, dass man sich ganz allein gelassen fühle.
Alexander Best habe eine tiefe Beziehung zu Jesus gefunden, wobei dieser ihn aber schon vorher gefunden habe, unterstrich der Weihbischof. Viele hätten ihm geholfen, seinen Weg zum Priestertum zu finden: „Deine Familie, aber auch die Tage religiöser Orientierung in der Klasse 13. Pater Martin Wolf OMI machte Dich als Erster aufmerksam, vielleicht Priester zu werden. Aber auch die zehn Monate Zivildienst bei den Barmherzigen Schwestern in Fulda waren sehr wichtig.“ Für die Botschaft der christlichen Nächstenliebe, wie sie von der seligen Mutter Teresa von Kalkutta gelebt worden sei, stehe besonders auch der geweihte Diakon. Mutter Teresa habe aus Gottes Geist heraus gehandelt, der dadurch „neu gegenwärtig unter den Menschen“ geworden sei. „Nicht jeder von uns kann das tun, was Mutter Theresa tat. Doch was ihre Haltung betrifft, damit kann jeder beginnen, immer wieder neu. Sich dem Geist Gottes öffnen, sich ihm zur Verfügung stellen. Den Mitmenschen in Liebe zu begegnen.“
Weihbischof Diez wünschte dem Kandidaten, dass seine Diakonenweihe zur „bleibenden Quelle der Gnade und der Kraft“ werde für seinen Dienst, nämlich das Leben zu fördern und zu helfen, dass „Menschen in einem ganz guten Sinn zur Entfaltung kommen können in ihrem Leben“. Das Wort „Bleibt in meiner Liebe!“, auch Primizspruch des Fliedener Kaplans Jürgen Kämpf, mache deutlich, dass Glaube eine personale Beziehung zu Christus sei, in dessen Treue sich Halt finden lasse. „Christsein ist weder Leistungssport noch Sache einer Elite, wohl aber Sache von Berufenen. Darauf kommt es an: Glauben mit Leib und Seele, mit Herz und Hand, immer in der Verbundenheit mit der Wurzel, dem Weinstock Christi. Wenn wir in Christus bleiben, können wir reifen und wachsen und reiche Frucht bringen“, schloss der Weihbischof.
